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Auswirkung von Planungsfreiräumen auf logistische Zielgrößen bei einfachen und komplexen Wertschöpfungsnetzwerken
Ausgangssituation

Dem Trend zur unternehmensübergreifenden Gestaltung der Wertschöpfung wurde in den vergangenen Jahren in der Forschungslandschaft und in zunehmendem Maße auch im industriellen Umfeld Rechnung getragen. So sind im letzten Jahrzehnt sowohl seitens der Industrie als auch im Bereich der Betriebs-, Technik- uns Sozialwissenschaften vielfältige Ansätze und Vorschläge zur Beschreibung und Verbesserung der Zusammenarbeit in Wertschöpfungsnetzwerken entwickelt und diskutiert worden. Vielen Ansätzen gemeinsam ist die Forderung nach einer verstärkten Zentralisierung der Planungstätigkeiten in Wertschöpfungsketten z. B. durch die Installation einer übergeordneten Planungsinstanz bzw. die Einführung unternehmensübergreifender Planungssysteme. Hier werden die Vorteile der raschen Informationsaustausches und der Reaktionsfähigkeit der gesamten Kette auf Umfeldveränderungen hervorgehoben.

Ziel des Projektes

Ziel des Forschungsvorhabens war die methodische Erarbeitung von Grundlagenwissen über die Auswirkungen von Planungsfreiräumen auf unterschiedlichen Hierarchieebenen hinsichtlich der Erfüllung logistischer Zielgrößen in verschiedenartig komplexen Wertschöpfungsnetzwerken. Die gezielte Gestaltung von Planungsfreiräumen soll es ermöglichen, partiellen Bereichen eines Wertschöpfungsnetzwerks einen entsprechenden Grad an Autonomie zur Durchführung der Leistungserstellung zu verschaffen. Die in diesen Bereichen getätigten Planungen implizieren entsprechende Auswirkungen auf logistische Zielgrößen des gesamten Wertschöpfungsnetzwerks, die es zu untersuchen galt.

Vorgehensweise

Die unten abgebildete Vorgehensweise gliedert sich in die zyklische Erstellung von Simulationsmodellen mit Planungsfreiräumen anhand derer mathematische Modelle der Auswirkungen von Planungsfreiräumen auf logistische Kenngrößen abgeleitet werden können. Betrachtet werden zwei verschiedene Komplexitätsstufen von Wertschöpfungsnetzwerken:

  • Lineare Wertschöpfungsketten und
     
  • Wertschöpfungsnetzwerke.

Dieses zweigeteilte Vorgehen liegt darin begründet, dass Wertschöpfungsnetzwerke im Bezug zu Wertschöpfungsketten eine höhere Komplexität, einen höheren Verifikationssaufwand aber auch höheren Realitätsbezug aufweisen. Für jeden der beiden Zyklen werden folgende Tätigkeiten ausgeführt:

  • Die Wertschöpfungsnetzwerke werden mittels der zu Beginn des Forschungsvorhabens erarbeiteten freiraumbasierten Modellbausteine in einem Simulationsmodell abgebildet. Durch Experimente am Simulationsmodell werden die Planungsfreiräume systematisch variiert und die Auswirkungen auf die logistischen Zielgrößen untersucht. Durch die An­wend­ung der statistischen Versuchsplanung können die Aussagegenauigkeit und die Anzahl der notwendigen Experimente aufeinander abgestimmt werden. Als Ergebnis dieser Experimente werden die Auswirkungen der Gestaltung von Planungsfreiräumen auf logistische Zielgrößen quantitativ beschrieben.
     
  • Anhand der ermittelten Aussagen und Ergebnisse des Simulationsmodells werden deduktiv mathematische Beschreibungsmodelle abgeleitet, welche
     
  • anschließend an realen Gegebenheiten verifiziert werden.

 

Abb. 1: Vorgehensweise

Ergebnisse

Durch die bewusste Gestaltung von Planungsfreiräumen in unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsbeziehungen ist für spezielle Formen solcher Wertschöpfungsketten eine bewusste Steuerung und eine Optimierung der logistischen Zielgrößen möglich. Neben den im Antrag genannten Eigenschaften Bestände, Auslastung und Termintreue charakterisieren die Verfügbarkeit der Information, die den Aufträgen der Wertschöpfungskette exklusiv zur Verfügung stehende, angepasste Kapazitäten und die Notwendigkeit der Los- und Reihenfolgebildung das Einsatzgebiet von Planungsfreiräumen. Mittels der gewonnen Ergebnissen kann die sinnvolle bzw. optimale Größe von Planungsfreiräumen entlang einer Wertschöpfungskette ermittelt werden.

Status abgeschlossen

Laufzeit

Letzte Aktualisierung 09.09.2006

Förderer DFG

Veranstaltungen Münchener Kolloquium, 19. - 20. Februar 2006, www.muenchener- kolloquium.de

Veröffentlichungen

  • Habicht, C.; Neise, P.: Gemeinsam Werte schaffen. Iwb newsletter November 2004 Jahrgang 12, Nr. 3/4
     
  • Zäh, M. F.; Habicht, C.; Planungsfreiräume in Wertschöpfungsnetzwerken. In: Wolf-Kluthausen, H. (Hrsg.): Jahrbuch Logistik 2004. free beratung, Korschenbroich: 2004 S. 102-105
     
  • Zäh, M.F.; Habicht, C.; Neise, P.; Classificarion and Parameterization of bilateral Supply Chain Cooperations. CD-Proceedings of CIRP Design Seminar "Designing the Global Village", Cairo 2004
     
  • Zäh, M.F.; Habicht, C.; Neise, P.; Modeling Supply Networks by Means of Building Blocks. Tagungsband "Vernetzt Planen und Produzieren - VPP 2004". Wissenschaftliche Schriftenreihe des Instituts für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme der TU Chemnitz, Sonderheft 8, 2004, S. 109-117.

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