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ErGo - Erhöhung der Globalisierungsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen

Ausgangssituation

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen zunehmend unter Druck, sich international zu engagieren, um neue Märkte zu erschließen und niedrigere Arbeitskosten zu nutzen. Sie kooperieren mit Standorten in west- und osteuropäischen Nachbarländern, teils auch in entfernteren Regionen wie USA, Indien oder China. Die Mehrzahl der KMU steht daher heute vor der Aufgabe, den Wechsel von der herkömmlichen Exportstrategie zur Strategie international verteilter Produktion bewältigen und sich mit völlig neuartigen Anforderungen auseinandersetzen zu müssen. Bei Organisation, Personalwirtschaft und Technikeinsatz werden weitreichende Veränderungen eintreten. Diese Umstellungen sind vor allem von den vorhandenen Führungs- und Fachkräften zu leisten. Sie müssen die komplexeren, länderübergreifenden Abläufe organisieren und steuern. Die "Globalisierungsfähigkeit" des qualifizierten Personals ist somit eine zentrale Voraussetzung für den erfolgreichen Umgang mit neuen, global sich bietenden Chancen.

Ziel des Projektes

Es war die Aufgabe des Verbundvorhabens, die in den Unternehmen bestehenden Hindernisse zur Erhöhung der "Globalisierungsfähigkeit" zu analysieren und zu überwinden. In Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Industrieunternehmen wurden zukunftsträchtige arbeitsorganisatorische Lösungen sowie personalwirtschaftliche Regeln entwickelt und erprobt, die das Ziel hatten, internationales Handeln aktiv zu unterstützen und Kompetenzen für interne und externe, grenzüberschreitende Kooperation im laufenden Arbeitsprozess zu vermehren. Für das iwb stellte sich die Frage, wie sich aus produktionstechnischer Sicht die Globalisierungsfähigkeit messen lässt und inwieweit sich das Organisationsmodell der Kompetenznetzwerke auch für die Integration global verteilter Kunden und Anbieter eignet.

Vorgehensweise

Aufbauend auf Workshops bei den am Verbundprojekt beteiligten Unternehmen konnten über 200 Erfolgsfaktoren ermittelt werden, die sich zu insgesamt 54 Merkmalen der Globalisierungsfähigkeit zusammenfassen ließen. Diese sog. Gbf-Merkmale sind unter Oberbegriffen wie Produktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Planungs- und Steuerungsfähigkeit oder Qualifizierungsfähigkeit eingeordnet. Darauf aufbauend wurde in der ersten Projektphase ein Beurteilungssystem entwickelt, um die Globalisierungsfähigkeit zu quantifizieren.
Die Aufgabe der zweiten Projektphase war es, das entwickelte Bewertungssystem am Organisationsmodell Kompetenznetzwerk, einer am iwb entwickelten speziellen Form der virtuellen Unternehmensnetzwerke, zu spiegeln. Dazu wurden die Gbf-Merkmale reduziert und spezielle Anforderungen abgeleitet, die Infrastrukturbetreiber und Anbieter in einem Kompetenznetzwerk erfüllen müssen, um global agieren zu können.



Abb. 1: Kriterien zur Beurteilung der Globalisierungsfähigkeit

Ergebnisse

Das Modell der Gbf ist ein Verfahren, um den individuellen Reifegrad einzelner Organisationseinheiten hinsichtlich einer Globalisierung zu quantifizieren. Die Untersuchungen im Projekt zeigten darüber hinaus, dass sich das Organisationsmodell der Kompetenznetzwerke prinzipiell zur Realisierung der Globalisierungsbestrebungen kleiner und mittlerer Unternehmen eignet. Es wurden jedoch auch Aufgaben identifiziert, die sowohl vom Netzwerkbetreiber als auch von den einzelnen Anbietern vor einem erfolgreichen Einsatz gelöst werden müssen. Grundvoraussetzung ist, unabhängig von der technischen Infrastruktur, jedoch das Vertrauen zwischen den einzelnen Partnern, das z.B. durch lokale Ansprechpartner oder internationale Qualitätszertifikate erhöht werden kann.

Status abgeschlossen

Laufzeit 11/1999-07/2002

Letzte Aktualisierung 09.08.2006

Partner ISF München (Koordinator), ABM Greiffenberger Antriebstechnik GmbH, Eberhard AG, Erhard GmbH & Co., haacon hebetechnik GmbH, Hörmann Industrietechnik GmbH, Lernstatt Industrie- und Automatisierungstechnik GmbH, Niles-Simmons Industrieanlagen GmbH, Rottluff Schleifscheibenfabrik GmbH, Sitec Industrietechnologie GmbH, Wagon Automotive GmbH, Deutsche Gesellschaft für Mittelstandsberatung mbH (DGM), Festo-Lernzentrum Saar GmbH, Interessenverband Chemnitzer Maschinenbau e.V. (ICM), MA&T Organisationsentwicklung GmbH, PROREC Produktion & Recycling Gesellschaft für Ingenieurdienstleistungen mbH, Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. (zsh)

Förderer BMBF, Projektträger Produktion und Fertigungstechnologien (PFT), Karlsruhe

Veröffentlichungen

  • Neise, P.: Globalisierung in Kompetenznetzwerken. ErGo-Transfer Nr. 11- Informationen zum Verbundvorhaben, ISF München (2002). <http://www.isf-muenchen.de/ergo_public/pdf/ErGo-Heft11.pdf> - 01.09.2006.
     
  • Neise, P: Globalisierungschancen von Kompetenznetzwerken. In: von Behr, M. (Hrsg.): Erhöhung der Globalisierungsfähigkeit kleiner u. mittlerer Unternehmen. München Institut
    für Sozialwissenschaftl. Forschung e.V., 2002, S.160-174. (ISF München aktuell)
     
  • Rudorfer, W.: Beurteilung der Globalisierungsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen. ErGo-Transfer Nr. 2- Informationen zum Verbundvorhaben, ISF München (2001). <http://www.isf-muenchen.de/ergo_public/pdf/ergo_transfer_2.pdf> - 01.09.2006.
     
  • Rudorfer, W.: Eine Methode zur Qualifizierung von produzierenden Unternehmen für Kompetenznetzwerke. Diss. TU München (2001). München: Utz 2001. ISBN: 3-8316-0037-6. (Forschungsberichte iwb 154)
     
  • Schliffenbacher, K.: Konfiguration virtueller Wertschöpfungsketten in dynamischen, heterarchischen Kompetenznetzwerken. Diss. TU München (2000). München: Utz 2000. ISBN: 3-89675-754-7. (Forschungsberichte iwb 140)

 

Weiterführende Links

  • Internetauftritt des Verbundprojektes mehr Info

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