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Home Forschung am iwb Themengruppen Produktionsmanagement und Logistik Ganzheitliche Bewertung von vernetzten Produktionssystemen RAN - RFID-based Automotive Network: Wirtschaftlichkeit & Ressourceneffizienz
RAN - RFID-based Automotive Network: Wirtschaftlichkeit & Ressourceneffizienz

Ausgangssituation

Die stetig wachsende Variantenvielfalt in der Automobilindustrie aufgrund individueller Kundenwünsche, neuer Antriebstechnologien und ständigen Innovationen führt dazu, dass sich die Automobilhersteller immer mehr auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Die dadurch entstehende Reduktion der Fertigungstiefe resultiert in der Entwicklung von globalen Lieferantennetzwerken mit gleichzeitig zunehmenden Anforderungen an die einzelnen Lieferbeziehungen innerhalb dieser Netzwerke. Diese Rahmenbedingungen verlangen nach neuen Ansätzen und Methoden zur wirtschaftlichen und unternehmensübergreifenden Steuerung von Prozessen in der Auftragsabwicklung.

Ziel des Projektes

Ziel des Forschungsprojektes RAN - RFID-based Automotive Network ist es, neue Methoden und Ansätze zur wirtschaftlichen und ressourceneffizienten Steuerung unternehmensübergreifender Prozesse in der Automobilindustrie zu entwickeln. Der Fokus der Forschungsarbeiten am iwb liegt in der Entwicklung einer RFID- (Radio Frequency Identification) basierten hybriden Architektur für die Produktions- und Logistiksteuerung sowie in der Entwicklung einer Methodik zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz der im Projekt entwickelten RFID-Lösungen.
Ziel des Arbeitspakets 5 ist die Entwicklung einer Methodik zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit und der Ressourceneffizienz des Einsatzes einer RFID-basierten, hybriden Steuerungsarchitektur  entlang der Wertschöpfungskette. Diese Zielsetzung untergliedert sich in die folgenden Teilziele: Zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit des RFID-Einsatzes sollen neben üblichen monetären Bewertungsgrößen (wie Kosten- und Leistungsgrößen) weitere quantitative sowie qualitative Bewertungsfaktoren einbezogen werden. Dazu gilt es zunächst die Nutzenpotentiale des RFID-Einsatzes, zu identifizieren und dafür geeignete Bewertungsmethoden und Kennzahlen zu finden. Um die Bewertung durchführen zu können, sind außerdem Erhebungsmethoden für die benötigten Daten zu definieren. Da sich Kosten und Nutzen entlang der Wertschöpfungskette unterschiedlich verteilen (Interessensasymmetrien), wird zudem ein Verteilungsansatz entwickelt der eine gerechte Kooperation entlang der Wertschöpfungskette unterstützt. Für die Bewertung der Ressourceneffizienz sind ebenfalls zunächst die entsprechenden Potentiale aus dem RFID-Einsatz zu bestimmen. Da die in der Literatur vorgeschlagenen Bewertungsverfahren für die Ressourceneffizienz weit weniger ausgereift sind als Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsbewertung, ist es erforderlich, bestehende Ansätze zu adaptieren und zu konkretisieren. Zusätzlich ist es nötig die ökologische Wirkung der RFID-Transponder und des weiteren Equipment möglichst genau zu erfassen, um eine angemessene Gegenrechnung der Prozesseinsparungen zu ermöglichen. Zum Ende des Projektes soll ein prototypisches Softwaretool zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit und der Ressourceneffizienz realisiert und ein Bewertungsleitfaden für den RFID-Einsatz in Wertschöpfungsnetzwerken formuliert werden. Das Bewertungstool soll die Möglichkeit bieten, in verschiedenen Planungsphasen des RFID-Einsatzes Bewertungen auf unterschiedlich detaillierter Ebene vorzunehmen.

Vorgehensweise

Für die Entwicklung eines Vorgehens zur ganzheitlichen Bewertung des RFID-Einsatzes werden zunächst in der Analysephase Anforderungen an eine solche Bewertungsmethode erarbeitet. Darauf aufbauend erfolgt die Erstellung und Ausdetaillierung der Methoden zur Wirtschaftlichkeits- und Ressourceneffizienzbewertung. Diese werden - auch in Hinblick auf die spätere Zusammenführung - weitestgehend integrativ entwickelt. Eine Bewertung der Wirtschaftlichkeit kann beispielsweise über die Zielgröße Kapitalwert erfolgen. Für die Bewertung der Ressourceneffizienz ist z. B. der Energieaufwand oder der CO2-Footprint als Zielgröße geeignet. Die Grundlage für die Bewertung bilden neben standardisierten Prozessbausteinen aus AP1, die zur Modellierung des Prozesses auf Materialflussebene dienen, auch übergeordnete Bewertungsbausteine, die zur Erfassung des Steuerungsnutzens erforderlich sind.

Im Rahmen der Erarbeitung eines ganzheitlichen Bewertungsansatzes werden u.a. folgende Teilaufgaben bearbeitet:

  • Definition von Bewertungsszenarios:
    Über Szenarios werden die spezifischen Anwendungsfälle des RFID-Einsatzes definiert. Diese sollen dabei unterstützen, potentiellen Nutzen des RFID-Einsatzes konkreten Anwendungsfällen zuzuweisen.
  • Aufbau eines Nutzenkatalogs und Definition von Nutzenkategorien:
    Der Nutzenkatalog enthält durch den RFID-Einsatz möglicherweise auftretenden Nutzen hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Ressourceneffizienz und soll bei der Bewertung unterstützen. Ziel der Nutzenkategorien ist es, den einzelnen Nutzen zu systematisieren und daraus jeweils geeignete Bewertungsansätze abzuleiten.
  • Bestimmung zu ergänzender Bewertungsbausteine:
    Zu ergänzende Bewertungsbausteine sind insbesondere die Bausteine, welche die indirekten Bereiche der Unternehmen abbilden. Durch diesen Ansatz können auch die übergeordneten Nutzen hinsichtlich Planung und Steuerung bausteinbezogen bewertet werden.
  • Festlegung von Bewertungsverfahren für die Nutzenkategorien und Definition der für die Bewertung erforderlichen Datenbasis:
    Als Basis für die Entwicklung des prototypischen Softwaretools müssen Zielgrößen für die Bewertung definiert und die Bewertungsschemata für die Wirtschaftlichkeits- und Ressourceneffizienzbewertung festgelegt werden.
  • Erarbeitung einer Vorgehensweise zum Umgang mit Interessenasymmetrien:
    Es wird erwartet, dass im Rahmen der Bewertung verschiedenartige Interessensasymmetrien zwischen den Partnern der Wertschöpfungskette aufgedeckt werden, insbesondere durch eine ungleichmäßige Verteilung von Kosten und Nutzen auf die Unternehmen. Es werden daher Ansätze des Cost-Benefit-Sharings hinsichtlich ihrer Eignung zum Interessensausgleich für den vorliegenden Anwendungsfall untersucht und ggf. adaptiert.
RAN_AP5_Vorgehensweise

Abbildung: Vorgehensweise zur Erarbeitung der Bewertungsmethoden 

Handzettel: 

Poster: 

Status            laufend

Laufzeit         01/2010 - 12/2012

Förderer        BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) im Rahmen des Schwerpunktförderprogrammes "Autonomik - Autonome und simulationsbasierte Systeme für den Mittelstand")

Veröffentlichungen

  • Reinhart, G.; Engelhardt, P.; Genc, E.; Irrenhauser, T.; Niehues, M.; Ostgathe, M.; Reisen, K.: Einsatz von RFID in der Wertschöpfungskette. RFID im Blick (2011) Sonderausgabe "RFID in der Region München", S. 30-31.

Weiterführende Links

  • Homepage des Projekts RAN
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Ansprechpartner
Reinhardt, Saskia,
Dipl.-Wi.-Ing.
Tel.: (0 89) 289 - 15571
Fax.: (0 89) 289 - 15555
E-Mail: Saskia.Reinhardt